Hessens Polizisten leisten gute Arbeit. Wenn die Kriminalstatistik, die Innenminister Volker Bouffier vorstellte, einen Schluss zulässt, dann diesen. Eine landesweite Aufklärungsquote von 57,8 Prozent ist sehr ordentlich. Dass in Frankfurt erstmals sogar die 60-Prozent-Marke geknackt wurde, ist noch erfreulicher.
Dass Bouffier mit den Zahlen Politik macht, verwundert nicht. Der Minister, wegen des Mobbings bei der Polizei in die Kritik geraten, braucht gute Nachrichten. Also preist er Hessen als "eines der sichersten Bundesländer" und zitiert eine Statistik, in der Hessen in Sachen Sicherheit Platz vier belegt. Klug ist das nicht, wie sich bei der Präsentation der Frankfurter Zahlen zeigen wird.
Bouffier nämlich bedient sich eines Zahlenwerks, das die Frankfurter Polizei verzweifeln lässt. Denn misst man (wie in der von Bouffier genannten Statistik) die Kriminalitätsbelastung an Einwohnerzahl und Zahl der Straftaten und lässt Pendlerströme und regionale Besonderheiten außer acht, ist Frankfurt Bundeshauptstadt des Verbrechens. Gegen diesen Ruf kämpfen die Frankfurter Ermittler seit Jahren an - indem sie die von Bouffier so gepriesene Statistik als unseriös einstufen.