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„Frankfurt so sicher wie nie“: Mehr Straftaten - aber auch neuer Aufklärungsrekord - Frankfurt - Rhein-Main-Zeitung - FAZ.NET
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„Frankfurt so sicher wie nie“

Mehr Straftaten - aber auch neuer Aufklärungsrekord

In der Verbrechenshochburg Frankfurt ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr abermals gestiegen. Gleichzeitig hat aber die Aufklärungsquote einen Rekordwert erreicht. Frankfurt ist damit aus Sicht der Polizei „eine der sichersten Großstädte Deutschlands“.

Die Schere zwischen verübten und aufgeklärten Straftaten hat sich 2009 in Frankfurt ewas geschlossen: Polizeipräsident Achim ThielDie Schere zwischen verübten und aufgeklärten Straftaten hat sich 2009 in Frankfurt ewas geschlossen: Polizeipräsident Achim Thiel

25. Januar 2010 

Frankfurt, dem einst der Ruf einer Verbrechenshochburg anhaftete, ist inzwischen aus Sicht der Polizei „eine der sichersten Großstädte Deutschlands“. Die Zahl der Straftaten sei binnen Jahresfrist zwar um rund 3800 auf etwa 109.100 gestiegen, doch die Aufklärungsquote habe zugleich einen Rekordwert erreicht, sagte Polizeipräsident Achim Thiel bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2009 voller Stolz.

60,5 Prozent der angezeigten Delikte wurden aufgeklärt, so viel wie noch nie seit der Einführung der Statistik 1971 - und mehr als im Hessendurchschnitt, der 57,8 Prozent beträgt. „Frankfurt ist auch weiterhin so sicher wie nie“, sagte Thiel. Die gestiegene Aufklärung, an der auch viele Bürger einen Anteil hätten, schrecke Straftäter ab. Mindestens 115 Frankfurter hätten mit Zivilcourage dazu beigetragen, Tatverdächtige zu fassen.

Gewaltkriminalität nur 2,9 Prozent aller Delikte

Mit Großstädten wie Berlin, Hamburg und München lassen sich die Frankfurter Zahlen noch nicht vergleichen, weil die Statistiken dieser Städte noch nicht vorliegen. Die Zahl der Straftaten einfach auf die Einwohnerzahl herunter zu rechnen, verfälscht aber nach Ansicht Thiels das Bild aber ohnehin. Von den mehr als 17.800 überführten Verdächtigen wohnten nur knapp 45 Prozent in Frankfurt. Mehr als die Hälfte der Täter seien damit Besucher der Stadt, die über den größten Flughafen Deutschlands, den stark frequentierten Hauptbahnhof und die zahlreichen Autobahnen kämen. So mache die Gewaltkriminalität nur 2,9 Prozent aller Delikte aus. Strafverfahren nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz - die fast ausschließlich am Flughafen festgestellt werden - aber 9,2 Prozent.

Internationale Tätergruppen haben die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich - um fast 30 Prozent - auf mehr als 1700 steigen lassen. Einbrecherbanden aus Südamerika reisten das ganze Jahr über gezielt ein. Dazu komme das „heuschreckenartige Einfallen der Kinder und Jugendlichen, die seit Jahren aus dem Bereich Straßburg die umliegenden deutschen Bundesländer heimsuchen und für eine Vielzahl von Einbrüchen verantwortlich sind“, wie es im Polizeibericht heißt. Rund 90 Prozent der Taten im dunklen Monat Dezember gehen ersten Ermittlungen zufolge auf das Konto dieser aus Südosteuropa stammenden Tätergruppe. Einbrecher suchten sich in gut 80 Prozent der Fälle Mehrfamilien- und Hochhäuser aus.

„Der Kontoeröffnungs- und Überweisungsbetrug hat 2009 einen Höchststand erfahren“, heißt es im Polizeibericht. Die Zahl dieser Straftaten legte innerhalb eines Jahres um rund 125 Prozent auf 1300 zu. Die Eröffnung eines Kontos für potenzielle Täter, oft mittellose Rumänen, sei zu einfach, mahnte Thiel. Er appellierte eindringlich an Banken und Sparkassen bei der Eröffnung von Konten und der Vergabe von Kreditkarten strenger zu sein. „Ich erkenne bislang erst ein dünnes Lichtchen am Horizont und hätte gerne einen strahlenden Scheinwerfer, der die Dunkelziffer ausleuchtet.“

1300 Fällen häuslicher Gewalt

Sorgen macht Thiel auch die Gewalt in manchen Familien. Bei den mehr als 1300 Fällen häuslicher Gewalt sei der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen mit mehr als 52 Prozent auffällig, warnte der Polizeipräsident. Dies sei ein Indiz dafür, dass bei Menschen mit ausländischen Wurzeln Gewalt in der Familie noch ein alltäglicheres Phänomen sei. Kinder und Jugendliche, die so groß würden, seien dann auch auf der Straße gewaltbereiter. Thiel forderte die Stadt und soziale Einrichtungen auf, sich dem Thema zu stellen und daran zu arbeiten.

„Die Drogendelikte sind der statistische Hammer zum Anstieg“, sagte Thiel. Die 7816 erfassten Straftaten (plus 2100) seien vor allem auf mehr Kontrollen von Kleindealern und Drogenabhängigen im Bahnhofsviertel zurückzuführen. 33 Menschen starben am Rauschgiftkonsum, genauso viele wie im Vorjahr. Einen deutlichen Anstieg gab es noch bei Graffiti-Schmierereien und Fahrraddiebstählen (plus 15 Prozent auf 3500). „Das betrifft den Einzelnen sehr, ist aber kein Delikt, dass das Unsicherheitsgefühl der Bürger steigert und das Image einer Stadt besonders tangiert“, sagte Thiel.

Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: Helmut Fricke

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