Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
04.02.2010
Nicht ohne Stolz konnte Polizeidirektor Jürgen Moog anlässlich der Präsentation der Kriminalstatistik für 2009 von der Arbeit der Polizei im Main-Taunus-Kreis berichten: Die Aufklärungsquote im Kreis stieg erneut auf nunmehr 56 Prozent Damit wurde der bisherige Rekordwert von 54,6 Prozent in 2008 übertroffen. Den niedrigsten Wert der letzten 20 Jahre hatte die Aufklärungsquote im Jahre 1995 mit nur 31,2 Prozent.
Andererseits gab es auch deutlich mehr Straftaten als im Vorjahr zu
verzeichnen: um 13,5 Prozent stieg die „Fallzahl“ auf insgesamt 12.399
Straftaten. 6.943 davon konnten aufgeklärt werden.
Diebstahlsdelikte sind ein besonderes Problem im Main-Taunus-Kreis. Deren Anteil an der Gesamtkriminalität liegt mit 46,3 Prozent erheblich über dem hessischen Durchschnitt von 37,4 Prozent. Das liege aber auch an der „besonderen Attraktivität“ des Main-Taunus-Kreises, zum Beispiel auch für „reisende Täter und Tätergruppen“, so Moog.
Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche im Main-Taunus-Kreis hat 2009 weiter zugenommen. Um diese zu vermeiden, rät Moog zu mehr Prävention. Wer sich vor Einbrechern schützen wolle, solle vor allem deren Arbeit erschweren. „Ist es nach zwei Minuten nicht gelungen, ins Haus einzudringen, geben die meisten auf. Das Risiko, entdeckt zu werden, wird ihnen dann zu groß.“
Gemessen an den Fallzahlen erscheint die Wirtschaftskriminalität mit einem Prozent Anteil vergleichsweise unbedeutend. Der durch sie verursachte Schaden beträgt aber laut Polizeistatistik stolze 23,7 Prozent des materiellen Gesamtschadens durch Kriminalität im Main-Taunus-Kreis.
Für Eschborn fällt die Statistik wenig erfreulich aus. Dort leben zwar nur 9 Prozent der Einwohner des Main-Taunus-Kreises – aber 15 Prozent der registrierten Fälle von Kriminalität entfallen auf die reichste Stadt des Main-Taunus-Kreises. Mit 1.809 Straftaten in 2009 registrierte die Polizei 306 Delikte mehr als im Vorjahr (+20,4%). Drastisch gestiegen sind in Eschborn insbesondere Betrugsdelikte von 252 auf 418 Fälle (+ 65,9%). Geringer, aber immer noch deutlich stiegen die Diebstahlsfälle um 7,8 Prozent auf 847. Positiv fällt in Eschborn gemäß Kriminalstatistik aber ein Rückgang bei Raub- und Sexualdelikten sowie bei sonstiger Gewaltkriminalität auf.
Besonders problematisch ist laut Moog die große Zahl der von jungen Menschen begangenen Delikte. Dabei handele es sich zumeist um Straftaten, die im öffentlichen Raum stattfänden und damit das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders beeinflussten. Hier sei Prävention gefordert, und das sei nicht nur eine polizeiliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Erneut warb Moog für verstärkte präventive Arbeit durch Streetworker. (fwh)
Die vollständige Polizeiliche Kriminalstatistik 2009 für den Main-Taunus-Kreis finden sie hier
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Foto: Polizeidirektion Main-Taunus, Pressestelle. Das Foto zeigt Polizeidirektor Jürgen Moog bei einer Veranstaltung in Hofheim.
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