Odenwaldkreis sicherste Region Hessens
Kriminalstatistik: Straftaten auf einem neuen Tiefstand - Aufklärungsquote steigt auch weiter und liegt bei 62,7 Prozent
Der Odenwaldkreis ist die sicherste Region in Hessen: Das lässt sich in der Kriminalstatistik nachlesen, die der Präsident der Polizeidirektion Südhessen, Gosbert Dölger, und der Leiter der Erbacher Dienststelle, Kurt Hable, am Dienstag der Presse vorstellten. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die ihm Jahr 2004 begann und den Odenwaldkreis seitdem bei der Aufklärungsquote ständig weiter nach oben und der Anzahl der Straftaten stetig nach unten führte.
So stieg die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr auf 62,7 Prozent, 2008 lag sie noch 0,9 Prozent niedriger. ,,Wenn man bereits ein solch hohes Niveau erreicht hat, ist eigentlich schon das Halten der Vorjahreszahl als Erfolg zu werten", setzte Polizeipräsident Dölger die Zahl ins rechte Licht. Vor allem im Blick auf den Südhessen-Wert, der mit 58,5 Prozent leicht über den Landesschnitt ragt.Im Odenwaldkreis noch einmal deutlich zurückgegangen ist dabei die Zahl der Straftaten, die mit 2825 nun auch erstmals die Dreitausend-Marke unterschritten hat und im Jahr 2008 noch bei 3045 lag. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl, die immer auf Hunderttausend hochgerechnet wird, liegt der Odenwaldkreis mit 2880 Taten sogar hessenweit an der Spitze der ereignisarmen Regionen. ,,Mit dieser Entwicklung sind wir natürlich sehr zufrieden; sie zeigt, dass unsere Strategie und Taktik bisher genau aufgegangen ist", erklärte der Leiter der Erbacher Dienststelle, Kurt Hable.Einziger Wermutstropfen in der sonst makellosen Bilanz: Die Serie der Brandstiftungen im Odenwaldkreis, die die Kriminalisten schon seit vielen Monaten beschäftigt, ist immer noch nicht geklärt. ,,Wir gehen dabei von mehreren Tätern aus und ermitteln weiter mit Hochdruck", betonte Hable. Lobte aber gleichzeitig die Kollegen, denen vor allem beim jüngsten Feuer in einem Michelstädter Schreinereilager zu verdanken war, dass nicht mehr passierte und die Koordination mit den Rettungskräften vorbildlich klappte. Insgesamt registrierten die Ordnungshüter 56 Brandstiftungen, sieben mehr als im Vorjahr, 15 Fälle deckte die Polizei auf.Beim genauen Blick in die Statistik stechen einige Zahlen deutlich hervor: So ist im Bereich des besonders schweren Diebstahls die Gesamtzahl im Odenwaldkreis seit 2004 um knapp 50 Prozent gesunken und steht im vergangenen Jahr mit 340 Fällen in der Statistik. Ständige Prävention und Kontrollen haben auch die Szene der Autoknacker langsam ausgedünnt. So wurden 2009 nur noch 41 schwere Diebstähle im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen registriert. Das lag zum anderen auch daran, dass die Serieneinbrecher, die noch im Jahr zuvor die Zahl der Delikte auf knapp 138 emporschnellen ließen, gefasst wurden. Lediglich die Summe der schweren Wohnungseinbrüche wuchs deutlich an von 42 im Jahr 2008 auf knapp 79 im vergangenen Jahr.Und noch eine andere Zahl dürfte viele Odenwälder beruhigen: So haben wiederholte Kontrollen und strikte Auflagen vor allem bei Volks- und Jugendfesten die Zahl der Rohheitsdelikte weiter gesenkt. 390 Fälle (2008: 444 Fälle) sind aktuell erfasst, die Körperverletzungen sanken von 339 auf 288. Auch eine Zunahme der Brutalität, wie sie auf Landesebene beklagt wird, lässt sich im Kreis nicht feststellen. ,,Das sind dann nur Einzelfälle, die aber noch keinen Trend ausmachen," erläuterte Hable. Längst kein Tabuthema ist indes die häusliche Gewalt. So haben 51 Fälle der insgesamt 390 Rohheitsdelikte ihren Ursprung im häuslichen Bereich, von 46 ermittelten Tatverdächtigen waren 44 männlich.Einen Kommentar zum Thema gibt es im Lokalteil der Mittwochausgabe (20.01.2010) des ,,Odenwälder Echo".
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