Potsdam (dpa) - Die Mehrfacheinkünfte des Linke-Vorsitzenden Klaus Ernst bleiben in seiner Partei ein Streitthema. Bei der Sitzung des Bundesvorstands soll heute darüber erneut gesprochen werden. Aus den Landesverbänden kommen unterschiedliche Einschätzungen.
Ernst bekommt neben seinen Bundestagsdiäten in Höhe von 7668 Euro monatlich auch 3500 Euro von der Partei und 1913 Euro von der Bundestagsfraktion.
Sachsens Linke-Chef Rico Gebhardt drängt auf eine Neuregelung. «Ein Parteiamt ist ein Ehrenamt», sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Dresden. «Ich bin der Meinung, dass man nur einmal für seinen Zeitaufwand bezahlt werden sollte.» Er bemühe sich derzeit um eine allgemeingültige Regelung für die gesamte Partei. Gebhardt führt den bundesweit immer noch mitgliederstärksten Landesverband der Linken. Dieser zählt nach seinen Angaben rund 12 000 Mitglieder.
Wer zusätzlich zu seinem Abgeordnetenmandat Verantwortung an der Parteispitze übernimmt, sollte dagegen nach Ansicht von Brandenburgs Linke-Chef Thomas Nord auch gemäß der zusätzlichen Verantwortung bezahlt werden. «Ich persönlich tendiere dazu, dass man den Unterschied zwischen einem Bundestagsabgeordneten und einem Bundesvorsitzenden deutlich machen muss», sagte er der dpa. Die Funktion bedeute erhebliche Mehrarbeit, die entsprechend bezahlt werden sollte.
Der Bundesschatzmeister der Linken, Raju Sharma, spricht sich für einen Zulagen-Verzicht bei der Vergütung von Führungsmitgliedern aus. «Ich finde, dass tatsächliche Aufwendungen erstattet werden müssen, genauso wie ein realer Verdienstausfall, mehr nicht», sagte Sharma der Online-Ausgabe der «Lübecker Nachrichten». Er sitze für Schleswig-Holstein im Bundestag und habe als Bundesschatzmeister auf das Zubrot der Partei verzichtet, sagte der 46-Jährige Jurist aus Eckernförde.
erschienen am 06.09.2010 um 08:46 Uhr